Sitemap friesland24.de
 
 
 
 


Betreff: Osterfeuer ja - aber Vorschriften beachten 

Pressemitteilung von Donnerstag, 12. März 2009
Landkreis Leer

Osterfeuer ja - aber Vorschriften beachten
Brauchtumspflege im Konflikt mit anderen Interessen

Das Osterfeuer, das "Paaskefüür", ist traditionelle Brauchtumspflege, die sich immer noch großer Beliebtheit erfreut. Es gibt aber auch Kritik gegen solche Traditionspflege, weil sie die Umwelt zum Beispiel erheblich belastet und insbesondere Allergiker mit der zusätzlichen Luftbelastung Probleme haben. Mit der Frage, wie die unterschiedlichen Interessen miteinander vereinbart werden können, haben sich in der Vergangenheit auch die politischen Gremien des Kreistages Leer ausführlich befasst. Das Ergebnis der Beratungen ist: Die Gremien erkennen Osterfeuer als Form historisch überlieferter Brauchtumspflege an, geben aber auch eine Reihe von Hinweisen und Appellen an die Bürger im Kreisgebiet weiter. Sehr deutlich wird an die Vernunft der Betreiber von Osterfeuern appelliert und darauf hingewiesen, dass die jeweilige Stadt oder Gemeinde notfalls Regelungen durch eine Verordnung treffen muss, wenn ein vernünftiges Verfahren sonst nicht erreicht werden könne.

Um das mögliche Brennmaterial zu reduzieren, hat der Landkreis im Kreisgebiet eine Strauchschnittabfuhr durchgeführt. Das eingesammelte Material wird im Kompostwerk Breinermoor zum hochwertigen "Leeraner Kompost" verarbeitet. Für das Material, das nun noch als Osterfeuer verbrannt werden soll, hat die Kreisverwaltung alle zu beachtenden Hinweise in einem Merkblatt zusammengefasst. Es berücksichtigt alle Belange des Brandschutzes, des Tier-, Arten- und Naturschutzes sowie des Abfallrechts und kann über alle Stadt- und Gemeindeverwaltungen bezogen werden. Es ist auch im Internet unter www.landkreis-leer.de abrufbar.

Das Merkblatt weist darauf hin, dass nur pflanzliche Stoffe, wie Sträucher, Reisig und Äste, aber kein Haus- und Sperrmüll oder sonstige Abfälle, verbrannt werden dürfen. Das Brennmaterial darf nicht länger als 14 Tage vor dem Abbrennen zusammengetragen werden, weil länger lagernde Reisighaufen in der Regel von Vögeln, kleinen Säugern und Amphibien als Nistort oder Versteck genutzt werden. Damit keine Tiere in den Flammen umkommen, muss das Brennmaterial am letzten Tag noch einmal umgeschichtet werden. Um das Umschichten nicht unnötig zu behindern, soll das Brennmaterial im Vorfeld auch nur zusammengetragen und erst am letzten Tag zum Verbrennen aufgeschichtet werden.

Nach den naturschutzrechtlichen Bestimmungen geschützte Teile von Natur und Landschaft sind als Brennplätze tabu. Von Gebäuden, Baum- und Buschbeständen sowie Wallhecken sind Mindestabstände einzuhalten. Die Verwendung von Flüssigbrennstoffen oder anderen Brennstoffen wie Altreifen sind unzulässig. Und schließlich muss das Osterfeuer von einer verantwortlichen Person beaufsichtigt und kontrolliert werden. Feuer und Glut müssen beim Verlassen der Feuerstelle erloschen sein und die Reste der Brennstelle sind ordnungsgemäß innerhalb einer Woche zu beseitigen.

Die Kreisverwaltung appelliert an alle Betreiber von Osterfeuern, verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll zu handeln, denn letztlich hänge davon auch die Akzeptanz zur Beibehaltung des Osterfeuerbrennens als Brauchtumspflege ab.

________________________________________________________

Text "Merkblatt Osterfeuer"

1. Es dürfen nur pflanzliche Stoffe (Sträucher, Reisig, Äste usw.), aber kein Haus- und Sperrmüll oder sonstige Abfälle (z. B. Kunststoffe) verbrannt werden. Rechtswidrig vorgefundene Abfälle können auf Kosten des Verursachers bzw. des Grundstückseigentümers durch den Landkreis Leer entfernt werden.

2. Das Brennmaterial darf nicht länger als 14 Tage vor dem Verbrennen zusammengetragen werden und ist am Tage des Verbrennens umzuschichten, damit keine Tiere in den Flammen umkommen.

3. Das Feuer darf nicht abgebrannt werden und für Osterfeuer bestimmtes Brennmaterial darf nicht gelagert werden

a) in Schutzzonen, deren Schutzzweck hiermit nicht vereinbar ist (z. B. Nationalpark, Naturschutzgebiet, soweit nicht die Schutzgebietsverordnungen Freistellungen enthalten bzw. Ausnahmen vorsehen und diese erteilt werden),

b) auf moorigem Untergrund, wenn die Gefahr der Entstehung eines Moorbrandes besteht,

c) im Bereich von Naturdenkmälern und geschützten Landschaftsteilen,

d) auf Flächen besonders geschützter Biotope,

e) in Wäldern, Mooren und Heiden.

4. Beim Verbrennen sollten folgende Mindestabstände eingehalten werden:

a) 50 m zu Gebäuden, 100 m zu Gebäuden aus brennbaren Baustoffen oder mit weicher Bedachung,

b) 100 m zu öffentlichen Verkehrsflächen, soweit diese nicht ausschließlich land- oder forstwirtschaftlichem Verkehr dienen, Zeltplätzen und anderen Erholungseinrichtungen,

c) 100 m zu Energieversorgungsanlagen wie Gasleitungen, Öllager, Tankstellen etc.,

d) 50 m zu Baumbeständen, Büschen, Wall- und sonstigen Hecken, etc.

5. Es dürfen keine Verkehrsbehinderungen und keine erheblichen Belästigungen durch Rauchentwicklung entstehen.

6. Das Feuer darf nicht mit Flüssigbrennstoffen (Benzin, Heizöl, Altöl usw.) oder anderen Brennstoffen (z. B. Altreifen) in Gang gesetzt oder unterhalten werden.

7. Das Abbrennen ist von mindestens einer arbeitsfähigen Person so zu beaufsichtigen, dass das Feuer unter ständiger Kontrolle bleibt.

8. Funkenflug ist zu vermeiden (Brandgefahr).

9. Feuer und Glut müssen beim Verlassen der Feuerstelle erloschen sein.

10. Etwaige Reste des Osterfeuers (nicht verbranntes Material) sind ordnungsgemäß innerhalb einer Woche zu beseitigen.

Es wird darauf hingewiesen, dass Verstöße neben einer kostenpflichtigen Beseitigung (siehe 1) auch ein Bußgeldverfahren nach abfall-, ordnungs- und naturschutzrechtlichen Bestimmungen nach sich ziehen können.

Veröffentlicht von
Pressekontakt: Dieter Backer

Kontaktdaten:
Landkreis Leer
Bergmannstraße 37
D-26789 Leer

Telefon: +49 (0) 491 / 926-1254
Telefax: +49 (0) 491 / 926-1200
E-Mail: pressestelle@landkreis-leer.de

------------------------------ ------------------------------